Chronik

Auszüge aus der Vereinschronik (in den Aufklappmenüs unten), etwas für die Nostalgiker.....

Der TuS Erkeln 1910 e.V. hat es sich nicht nehmen lassen, seine 100 jährige Vereinsgeschichte in einer rund 200 seitigen Chronik mit Texten und vielen Fotos nachzuzeichnen. Damit hat er eine Dokumentation seines Vereinslebens für die Zukunft und für die zukünftigen Generationen geschaffen. Beim Lesen und Schauen werden die Jahre 1910 bis 2010 mit den Höhen und Tiefen, mit den bedeutenden Siegen der Mannschaften und auch Niederlagen, mit seinen verschiedenen Abteilungen, Aktionen und unterschiedlichsten Aktivitäten auch neben dem Fußballspiel lebendig.

Dank gilt hier insbesondere den Sponsoren für die finanzielle Unterstützung. Auch den Vereinsmitgliedern, die mit ihren Beiträgen und vielen Fotos zum Entstehen der Chronik beigetragen haben, ist besonders  zu danken. Sie alle machten es erst möglich, dass eine so umfangreiche Chronik entstehen und herausgegeben werden konnte.
Die aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammengestellten Beiträge und vielen Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart laden zum Lesen, Schauen und Erinnern ein.

Chroniken können für 10 € noch bei Dieter Multhaupt, Verena Potthast, Helmut Springer und Karlheinz Montino oder über andere Kontaktadressen der Webseite erworben werden.

  • Das Gründungsjahr 1910 und die ersten Jahre danach +

    Es fällt uns heute nicht ganz leicht, uns in die Lage unserer Väter, Großväter und Urgroßväter zu versetzen, als sie im Jahre 1910 den ersten Erkelner Turnverein ins Leben riefen und ihm den Namen "Turn- und Sportverein Erkeln 1910" gaben. Wie beschränkt waren doch damals die Möglichkeiten, die von Staat und Gemeinde, wenn man überhaupt schon etwas für die Sache des Sports tat, geboten wurden. Aber irgendein Ideal muß diesen Männern vorgeschwebt haben, daß Ihnen die Veranlassung gab, mit viel Liebe und Aufopferung einen Turnverein zu gründen. Heute lebt leider keiner der Gründer mehr, der uns aus jenen Tagen berichten könnte.

    Soweit noch feststellbar gehörten zu den Gründern des Vereins und zum ersten gewählten Vorstand :
    Anton Johle, Ludwig Willeke, Bernhard Sievers, Ferdinand Köring, Anton Rampe und Friedrich Wittrock.
    In der Gastwirtschaft Wulf fanden die ersten Versammlungen statt. Rund 25 Mitglieder zählte der Turnverein in den ersten Jahren seines Bestehens.

    Damals – es war etwa zur gleichen Zeit – waren auch in den Dörfern der näheren und weiteren Umgebung Turnvereine gegründet worden. Ab 1914 veranstaltete man Vergleichs- Turnwettkämpfe und Turnfeste, die über die Vereinsebene hinausgingen und die auf der "Heuken-Wiese" stattfanden und an denen auch die Erkelner mit ihren Riegen teilnahmen. Als besonders gute Turner zeichneten sich hierbei Josef Hagemann, Josef Wiemers und Eduard Rüters aus.
    Für das erste Reck sorgte Anton Rampe, der aus einer alten Göpelstange das Turngerät machte. Auch andere Sportgeräte wurden von den Aktiven in Eigenleistung erstellt und selbst finanziert.
    Ein Antrag an die Gemeinde auf Bezuschussung der Sportgeräte wurde mit folgender Begründung abgelehnt : (Zitat aus der Antwort der Gemeindevertretung am 3. Juni 1914) :
    Der Antrag wird abgelehnt mit der Begründung, daß die Turnspiele und dergleichen doch nicht mit Erfolg auf die Erziehung der Jugend betrieben werden kann, weil kein Verständnis von Seiten der Jugend und der übrigen Einwohner der Gemeinde für diese Sache vorhanden ist."
    Der Ausbruch des 1. Weltkrieges (1914-1918) gab dem Verein manche Schwierigkeit auf. Viele der aktiven Mitglieder waren zum Militärdienst eingezogen, sodaß der Sportbetrieb eingestellt werden mußte.
    Nach Beendigung des Krieges trauerte der Verein um seine Mitglieder, die für Volk und Vaterland ihr Leben gelassen haben.

  • Die Zeit nach dem 1.Weltkrieg (1918-1929) +

    Im Jahr 1920 waren es auch wieder die ganz Getreuen, die Idealisten, die zu neuen Taten riefen. Im gleichen Jahr fand ein großes Turnfest auf der "Heuken-Wiese" statt. Viele Vereine aus der näheren Umgebung waren der Einladung des TUS Erkeln gefolgt, um ihr Können zu demonstrieren.
    Hatte der Turnverein Brakel schon in der Gründungszeit dem Erkelner Sportverein jede nur erdenkliche Hilfe gegeben, waren es auch die Mitglieder dieses Vereins, die bei diesem Sportfest tatkräftig mitwirkten.
    Zu dieser Zeit hielt auch der "König Fußball" Einzug in Erkeln und eroberte sich die Herzen der jungen Turner und Sportler. Peter Willeke war damals als Student in Paderborn und brachte den ersten Fußball mit nach Erkeln. Mit dem Lehrbuch in der Hand probte man auf der "Heuken-Wiese" das Fußballspiel.
    Zu den Gründern der Fußballabteilung gehörten unter anderen Ludwig Willeke, Ludwig Backhaus, Engelbert Zimmermann, Josef Giefers, Anton Rampe, Josef und Bernhard Hagemann.
    Als sich erste Erfolge einstellten und die Fußballbegeisterung sich steigerte, wurde vom Vorstand beschlossen eine Fahne anzuschaffen. Anläßlich eines Festes wurde diese Vereinsfahne ihrer Bestimmung übergeben.

  • Die 30er Jahre und der 2. Weltkrieg +

    Nach 1930 wurde der Spielbetrieb wesentlich gestrafft. Schiedsrichter sorgen für den geregelten Ablauf des Spielbetriebes und die vorgeschriebenen Passkontrollen trugen dazu bei, den wilden Spielen Einhalt zu gebieten. Es bildeten sich in der Nachbarschaft weitere Vereine und so kam es zu einem geregelten Spielbetrieb.
    Spielabschlüsse erfolgten zumeist durch die Eigeninitiative der Fußballer im gegenseitigen Einvernehmen mit den Vereinen der Nachbargemeinden. Die Spiele wurden auf Privatwiesen ausgetragen, da kein offizieller Sportplatz zur Verfügung stand. Die Tore mußten Sonntag für Sonntag neu auf- und wieder abgebaut werden.
    Zu auswärtigen Spielen trat die Mannschaft sonntags geschlossen den Fußweg an ; erst später konnte der ein oder andere Spieler ein Fahrrad benutzen.
    In geordneter Formation und mit fröhlichen Liedern kehrte die Mannschaft dann ins Vereinslokal zurück.
    In den Jahren nach 1934 spielten die Erkelner mit großem Erfolg in der 1. Kreisklasse. An den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse gegen Gegner wie Bad Driburg, Höxter, Stahle und Bredenborn nahmen folgende Spieler teil :
    Josef Giefers, Fritz Weber, Anton und Alois Rochell, Heinrich Güthoff, Franz Güthoff, Bruno Güthoff, Johannes Güthoff, Franz Multhaupt, Franz Müller, Johannes Stolte, Josef und Anton Montino, Josef und Johannes Hecker, Heinrich und Hermann Rampe und Philipp Groppe.
    Idealismus, sportlicher Geist und kameradschaftliches Verhalten zeichneten das Vereinsleben aus. "König Fußball" zog die Bewohner des kleinen Nethedörfchens immer wieder in seinen Bann. Während des zweiten Weltkrieges mußte der Sportbetrieb wieder eingestellt werden.

  • Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg +

    Nach dem Zusammenbruch im Jahr 1945, bei dem von den Siegermächten jeder Verein auf gelöst worden war, mußte auch der TuS Erkeln wieder von vorn anfangen. Nach und nach kehrten einige Spieler aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Schon bald verfielen sie wieder dem Zauber des Fußballs. Der Anfang war recht schwer. Alles, was noch an Geräten aus den Wirren des Krieges gerettet war, wurde zusammengesucht und damit ein primitiver Anfang gemacht. Aber viel wichtiger war es, daß sich Männer fanden, die wieder die Menschen zusammenführten, die ihre Haut heil nach Erkeln gebracht hatten, und die einstmals den TuS Erkeln verkörperten.
    Zu den Auswärtsspielen reiste die Mannschaft mit Pferdefuhrwerken an. Busverbindungen gab es nicht und Personenzüge fuhren nur selten. Darüber hinaus lagen nur wenige Orte am Netz der Eisenbahn. Privatautos und Motorräder hatten Seltenheitswert. Selbst die wenigen, glücklichen Fahrradbesitzer hatten ihre Sorgen wegen der schlechten Bereifung und der großen Diebstahlsgefahr. Die Spieler ließen sich somit in Leiterwagen über holprige und staubige Landstraßen zu den Spielorten fahren.
    Trotz dieser schwierigen Verhältnisse wurde der TuS Erkeln 1910 im Jahr 1951 mehrfach Pokalturniersieger.

  • Das Jahr 1953 - ein wichtiges Jahr in der Vereinsgeschichte +

    Am 18. Januar 1953 fand im Vereinslokal Kukuk die alljährliche Jahreshauptversammlung statt. Hierzu waren 60 Vereinsmitglieder erschienen. Es wurde ordnungsgemäß folgender Vorstand gewählt :

    Anton Frischemeier 1.Vorsitzender
    Alois Rochell 2.Vorsitzender
    Johannes Siefers 1.Kassierer
    Johannes Güthoff 2.Kassierer
    Johannes Michels 1.Schriftführer
    Josef Gehlen 2.Schriftführer

    Auf Vorschlag des neu gewählten Vorstandes wurde nach einer Abstimmung eine Turnabteilung ins Leben gerufen. Da die erforderlichen Turngeräte nicht zur Verfügung standen, wurde zwischen dem Turn- und Sportverein Erkeln und dem Turnverein Istrup ein Leihvertrag geschlossen, der folgenden Wortlaut trägt:

    "Der Turnverein Istrup leiht dem Turn- und Sportverein Erkeln folgende Turngeräte:
    1 Reck komplett 1 Matte
    1 Barren 22 Paar Hanteln
    1 Pferd 1 Bock
    2 Sprungständer 2 Gewichtsheber
    Die Leihgebühr beträgt 60 DM jährlich."

    Nun endlich waren die Turner in der Lage, ihr Können unter Beweis zu stellen.
    Ebenfalls wurde aufgrund des Beschlusses der Generalversammlung vom 1. Februar 1953 der Antrag auf Aufnahme in den Fußballverband Westfalen gestellt.
    Die Mitgliedschaft war an gewisse Voraussetzungen geknüpft :
    Im ersten Jahr der Verbandszugehörigkeit durfte kein aktives Mitglied anderer Verbandsvereine aufgenommen, und in den ersten zwei Jahren der Verbandszugehörigkeit mußte auf die Gewährung eines Darlehns bzw. Zuschusses aus Totomitteln verzichtet werden.

    Zu gleicher Zeit war es dem Sportverein endlich gelungen, von der Gemeinde Erkeln einen Sportplatz zur Benutzung zu bekommen.

    Somit erfüllte der TUS Erkeln die für die Aufnahme erforderlichen Voraussetzungen und beantragte Spielpässe für folgende Spieler:
    Jugendmannschaft: Ludwig Giefers, Günther Göke, Ewald Kukuk, Josef Wiemers, Rudi Rochell, Willi Wiemers, Johannes Hartmann, Helmut Pestel , Josef Kleibrink, Theo Kukuk, Johannes Sievers, Georg Kleibrink, Ansgar Mönnikes, Sigmar Menz

    Seniorenmannschaft: Josef Gehlen, Ewald Güntermann, Oskar Richter, Elmar Beller, Rudolf Giefers, Karl-Heinz Böger, Bernhard Döhre, Willi Zimmermann, Josef Hartmann, Willi Ortmann, Franz Neitmann, Johannes Meyer, Heinz Giefers, Johannes Willeke, Willi Wittrock, Johannes Michels, Alois Mönnikes, Georg Feige

    Am 13. August 1953 übersandte der Fußballverband Westfalen die Aufnahmebestätigung .
    Anfang August 1953 wurde dann an 2 Abenden von einigen Aktiven der Sportplatz vermessen und die Tore aufgebaut. Das Drahtgeflecht für die Tore war bereits gekauft, doch mußte mit der Anbringung der Netze gewartet werden. Zur Befestigung sollten Eisenrohre verwendet werden, die für die Bälle weitaus schonender waren, als die mit Nägeln vorgesehenen Holzgerüste.

    Für das Einweihungsspiel auf dem neuen Sportplatz stellte sich als Gegner unserer 1. Mannschaft ein "Alt-Herren-Team" aus Erkeln zur Verfügung. Das Spiel wurde mit 3:2 Toren von der älteren Generation gewonnen. Als nächste Möglichkeit bot sich eine Begegnung mit den hier vorübergehend stationierten Engländern an.
    Die Gäste stellten eine für unsere Mannschaft sehr lehrreiche Mannschaft auf, die das Spiel mit 16:1 Toren gewann.
    Am 25. August begannen die Verbandsspiele. Franz Güthoff wurde als Schiedsrichter gemeldet.
    In den nächsten Jahren spielte der TuS in den Kreisligen mit wechselndem Erfolg Fußball.
    Das entsprechend dem Namen Turn- und Sportverein das Turnen nicht zu kurz kam, dafür sorgten eine Mädchen- und eine Frauenriege. Einmal in der Woche stellten Sie ihre turnerischen Qualitäten unter Beweis.

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4